Organisation Kommissioniersystem

Die Funktionalität und Leistungsfähigkeit eines Kommissioniersystems hängt neben der Wahl eines geeigneten Material- und Informationsflusses insbesondere von der Organisationsstruktur ab. Die Organisation lässt sich in die Bereiche Aufbau-, Ablauf- und betriebliche Organisation unterteilen.

Aufbauorganisation

Die Aufbauorganisation beschreibt eine mögliche Strukturierung des Kommissioniersystems in funktionale oder logische Bereiche, d.h. eine Zusammenfassung von Artikeln nach bestimmten Charakteristika. Eine solche Zonung wird entweder aufgrund technischer Anforderungen der Guteigenschaften (Gutabmessungen, -gewichte, -volumina, klimatische und sicherheitstechnische Anforderungen) oder aus organisatorischen Gründen mit dem Ziel der Optimierung der Systemleistung durchgeführt. Beweggründe für eine Zonung aus organisatorischer Sicht sind beispielsweise hohe Variation der Absatzmenge oder Zugriffshäufigkeit pro Artikel, Diebstahlschutz oder andere, leistungssteigernde Schritte (z.B. räumliche Zusammenfassung von oft vorkommenden Kombinationen). Erfolgt dagegen keine Aufteilung wird die Aufbauorganisation des Kommissioniersystems als einzonig bezeichnet.

Ablauforganisation

Die Ablauforganisation des Kommissioniersystems bestimmt, wie die Kundenaufträge zusammengestellt werden, d.h. Aufträge den Kommissionierern oder Anlagen zugeordnet werden. Dabei wird in die serielle und parallele sowie die auftragsweise und artikelweise Bearbeitung der Kommissionierung unterschieden.

Bei der seriellen Bearbeitung durchläuft ein Kommissionierauftrag nacheinander mehrere Stationen und wird sequentiell abgearbeitet, d.h. er wird zu keinem Zeitpunkt von mehreren Kommissionierern bearbeitet.

Bei der parallelen Bearbeitung wird der Kommissionierauftrag dagegen in Teilaufträge zerlegt und von mehreren Kommissionierern gleichzeitig bearbeitet bzw. mehrere Aufträge werden durch einen Kommissionierer synchron bearbeitet.

Die auftragsweise bzw. artikelweise Bearbeitung bezeichnet die Art der Erzeugung der Kommissionierlisten aus den Kundenaufträgen. Bei einer auftragsweisen Abwicklung bleibt der Zusammenhang zwischen dem Kundenauftrag und einer Kommissionierliste bestehen, d.h. ein Kommissionierauftrag kann unmittelbar einem Kundenauftrag zugeordnet werden (einstufige Kommissionierung). Demzufolge müssen die Artikel nur einmal, nämlich bei der Entnahme, identifiziert werden. Bei der parallelen, auftragsweisen Bearbeitung mehrerer Kommissionieraufträge durch einen Kommissionierer wird eine Position, die in mehreren Teilaufträgen vorkommt, nacheinander gegriffen. Um ein wiederholtes Greifen derselben Artikel in vielen verschiedenen Aufträgen zu vermeiden, ist das Ziel der artikelweisen Kommissionierung dagegen, Synergien durch ein einmaliges Anfahren eines Lagerfachs für viele verschiedene Auftragspositionen zu erreichen. Zu diesem Zweck wird eine Menge an Kundenaufträgen gesammelt, artikelweise sortiert und in Kommissioneraufträge zerlegt. Der Kommissionierer hat keinen Bezug zum einzelnen Kundenauftrag und greift somit eine Entnahmemenge ggf. für verschiedene Kundenaufträge gleichzeitig. Zwangsläufig müssen die Entnahmeeinheiten den Kundenaufträgen in einer zweiten Stufe wieder zugewiesen werden. Deshalb wird eine artikelweise Kornmissionierung auch als zweistufig bezeichnet. Nachfolgendes Bild zeigt ein Beispiel der zweistufigen Kommis-sionierung.

Betriebsorganisation

Aufbau- und Ablauforganisation sind bei einem bestehenden Kommissioniersystem weitgehend als konstant anzusehen. Die Betriebsorganisation verkörpert dagegen eine Menge unterschiedlicher Strategien zur Einlastung der Aufträge in das System (zeitliche Reihenfolge der Auftragseinspeisung). Sie ist ein dynamisch wirkendes Mittel, um wechselnden Anforderungen gerecht zu werden (saisonale Schwankungen der Auftragsmenge, Kapazitätsauslastung unter Berücksichtigung momentaner Personalstärke oder verfügbarer Systemleistungen, Priorisierung von Kunden oder Aufträgen etc.).

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