Informationsweitergabe

konventionelle Kommissioniersysteme

Bei der Konzipierung eines Kommissioniersystems ist zu entscheiden, ob papierbehaftet oder papierlos kommissioniert werden soll. Papierbehaftet bedeutet, dass der Kommissionierer auf seinem Weg eine (Papier-)Liste mit den Informationen über die zu entnehmenden Einheiten mitführt. Bei der papierlosen Kommissionierung werden die Entnahmeinformationen auf mobilen oder stationären Terminals oder Fachanzeigen an den Regalfächern angegeben. Es sollten nach Möglichkeit bei beiden Systemen verschiedene Aspekte zur Entlastung des Menschen berücksichtigt werden:

  • Die Beschreibung der Entnahmeeinheit sollte nur die für Kommissionierung erforderlichen Daten besitzen. In der Regel ist die Angabe des Ortes und der Menge ausreichend. Diese Daten sollten mit einem Blick leicht erfassbar sein.
  • Die Bezeichnung des Lagerortes sollte kurz und prägnant sein.
  • Die alphanumerische Strukturierung des Lagers hinsichtlich Regalzeilen, -ebenen und Entnahmefächern sollte logisch und für alle Lagerzonen einheitlich sein.
  • Regalbeschriftungen sollten auch aus größerer Distanz leicht erkennbar sein.
  • Mengenangaben sollten in Greifeinheiten angegeben sein, um Rechenvorgänge durch den Kommissionierer auszuschließen (z.B. 5 Packungen je 10 Stück, statt 50 Stück).
  • Die Bezeichnung eines Artikels sollte in jedem Fall klar und eindeutig sein.

Papierbehaftete Kommissionierung

Die einfache Pickliste stellt die klassische Methode der Informationsweitergabe dar. Deshalb wird sie heute noch in vielen Kommissioniersystemen verwendet. Der Hauptgrund liegt in den niedrigeren Investitionskosten im Vergleich zu papierlosen Alternativen. Es existieren verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten für Picklisten. Die einfachste besteht in der Verwendung einer Kopie des Lieferscheins, was allerdings mit Nachteilen verbunden ist. Ein Lieferschein berücksichtigt in der Regel nicht die Belange der Kommissionierung. Häufig ist die Kopie schlecht lesbar, so dass Entnahmefehler praktisch vorprogrammiert sind. Neben den für die Kommissionierung relevanten Angaben beinhaltet der Lieferschein eine Fülle weiterer Informationen, die die Übersichtlichkeit stark mindern. Die Artikel sind gewöhnlich alphabetisch oder nach Artikelnummer sortiert. Eine Einlagerung der Artikel nach diesem Kriterium ist wiederum aus lagertechnischer Sicht ungünstig. Bei Einführung neuer Artikel in das Sortiment, müssen sie ihrer Bezeichnung nach eingelagert werden, was oftmals Umräumarbei­ten im Lager verursacht. Um den Umräumaufwand zu begrenzen, können Leerfächer in bestimmten Abständen im Regal vorgesehen werden.

Papierlose Kommissionierung

Forderungen an ein solches System sind:

  • Erhöhung der Kommissionierleistung durch Vermeidung der Suchzeiten und Reduzierung der Nebenzeiten
  • Reduzierung der Kommissionierfehler
  • Verkürzung der Auftragsdurchlaufzeit
  • Erhöhung der Flexibilität durch flexible Zuordnung der Aufträge und kurzfristige Disposition an freie Kapazitäten

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