Kommissioniersystem - Startseite

Definition

Der Warenfluss vom Hersteller zum Endverbraucher fordert in den meisten Fällen wechselnde Mengen und Zusammensetzungen von Gütern oder Waren. Zu diesem Zweck ist es notwendig, Ladeeinheiten aufzulösen und in geänderter Zusammensetzung weiterzusenden. Dieser Vorgang wird als Kommissionieren bezeichnet und in der [VDI 3590a] definiert als: „das Ziel, aus einer Gesamtmenge von Gütern (Sortiment) Teilmengen aufgrund von Anforderungen (Aufträge) zusammenzustellen“.
Ein Kommissioniersystem wird durch die drei Elemente

  • Materialfluss
  • Informationsfluss
  • Organisation

bestimmt.



Die Elemente Material- und Informationsfluss bestehen aus einem Ablauf von Grundfunktionen mit unterschiedlichen Realisierungsmöglichkeiten für jede einzelne Funktion. Die Abläufe von Material- und Informationsfluss werden durch die übergreifende Organisation bestimmt. Die Bedeutung und die Problematik moderner Kommissioniersysteme lässt sich eindrucksvoll anhand der Kennzahlen der Warenverteilzentren des Versandhandels messen - es werden täglich bis zu 180.000 Sendungen aus einem Sortiment von ca. 160.000 Artikeln kommissioniert. Im Pharmagroßhandel, der im Wesentlichen die Apotheken mehrmals täglich aus einem ca. 100.000 Artikel umfassenden Sortiment (Durchschnitt pro Verteilzentrum) versorgt, werden Reaktionszeiten (der Zeitraum zwischen Auftragseingang und Versand) erreicht, die zwischen 20 und 45 min liegen. Hinter solchen Werten verbergen sich komplexe, sorgfältig geplante und maßgeschneiderte Materialflusssysteme mit einem enormen organisatorischen Aufwand. Aber auch kleinere und überschaubarere Systeme stehen unter einem hohen Kosten- und Qualitätsdruck, so dass auch für diese Systeme die gleichen Grundsätze und Gestaltungsrichtlinien gelten.

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